Alle Artikel in der Kategorie “Anzeigenblätter

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Meedia: DuMont verkauft Berliner Verlag an Berliner Eheleute Silke und Holger Friedrich

Die “Berliner Zeitung” kommt in neue Hände: Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich übernehmen den Verlag mit “Berliner Zeitung”, “Berliner Kurier” und “Berliner Abendblatt” sowie deren Digitalangebote. Dies sei der erste Schritt der Portfolio-Überprüfung im Geschäftsfeld Regionalmedien, teilt DuMont mit.

Wie es heißt, steht der Verkauf unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Damit geht der Verlag nach mehr als zehn Jahren aus dem Verbund von DuMont an die neuen Eigentümer Silke und Holger Friedrich. Sie werden den Verlag in die Holding der Familie Friedrich überführen und haben sich langfristige Ziele gesetzt. “Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern”, betont Holger Friedrich. Dazu gehören ebenso die durchgängige Digitalisierung der Angebote wie die Ausrichtung des Verlages auf zukunftsfähige Formate. “Mit konsequent digital ausgerichteten Angeboten und einer tiefgehenden Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen, möchten wir ein breiteres Publikum ansprechen und mit den Lesern stärker in Kontakt treten, als dies bisher der Fall ist”, ergänzt Holger Friedrich. Silke Friedrich sagt zu der Übernahme: “Wir verstehen diesen Schritt als zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten und freuen uns auf diese Aufgabe sowie die Zusammenarbeit mit dem Team.”

 

Wer sind Silke und Holger Friedrich?

Über den unternehmerischen Hintergrund der neuen Eigentümer ist bislang wenig bekannt. Silke Friedrich hat nach dem Abitur und einer kaufmännischen Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert. Gemeinsam mit Love-Parade-Gründer Ralf Regitz hat sie 2004 den Berliner Technoclub E-Werk neu belebt. Holger Friedrich ist beim E-Werk auch als Geschäftsführer eingetragen. Sie und ihr Mann stehen zudem hinter der Privatschule Berlin Metropolitan School. Silke Friedrich ist auch Leiterin der Schule. Holger Friedrich studierte nach dem Abitur und einer Berufsausbildung Germanistik und Informatik an der Universität Potsdam. Nach seinem Studium etablierte er ein Software-Technologieunternehmen, das 2003 von SAP gekauft wurde. Von SAP wechselte er als Partner zu McKinsey & Company und nachfolgend als Vorstand zur Software AG. 2009 gründete er den Technology Think Tank CORE.

 

Die beiden sind verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder.

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Infas 360: Prospekte und Beilagen klare Nummer 1 unter den Werbemedien für bewusste Kaufanregung.

infas 360 untersucht fortlaufend das bundesweite Konsumverhalten. In der aktuellen Befragung, dem CASA Monitor 06/2019, wurden so 10.231 Personen u.a. gefragt: „Welche Medien haben Sie in den letzten 3 Monaten bewusst zum Kauf eines Produktes angeregt?“

Wie auch schon 2017 (siehe Blogbeitrag) konnten die Befragten unter Mehrfachnennung zwischen analogen und digitalen Werbekanälen  auswählen. Im Unterschied zu vor 2 Jahren wurde nun die Kaufanregung auf die letzten 3 Monate eingeschränkt. Das für viele antiquierierte Werbemedium „Prospekte & Beilagen“ belegte damals schon den ersten Platz als es darum ging, die Werbeerinnerung innerhalb eines Jahres einzuschätzen. Und siehe da: Auch in der kurzfristigen Kaufanregung sind „Beilagen & Prospekte“ klare Nummer 1. Jeder Dritte gibt das Werbemedium als bewusst wahrgenommene Kaufanregung an!

 

Neu aufgenommen in 2019 wurden „Familie & Freunde“ (bzw. persönliche Kaufempfehlung) sowie Testberichte und Preisvergleichsseiten im Internet. Im Vergleich dazu nachfolgend nochmal die Befragungsergebnisse aus 2017. Wie man sehen kann: Youtube ist klar im Kommen, TV-Werbung verliert massiv – abgeschlagen: Plakatwerbung.

Zum einen sind die Befragungsergebnisse aufgrund ihrer hohen Fallzahl regionalisierbar. Zum anderen berechnet infas 360 aus dem Konsumverhalten u.a. die Shoppertypen pro postalischer Adresse für gezieltes Direktmarketing und Geomarketing (hier Standortanalysen und Verteiloptimierungen.

Weitere Informationen unter: https://lnkd.in/dsZrK4k

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BVDA: Direkte Infrastrukturförderung der Zustellung erforderlich, um Pressefreiheit und -vielfalt zusichern

Eine Infrastrukturförderung, die die Zustellung unterstützt, tangiert nicht die Unabhängigkeit der freien Presse. Dies betonte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers in einem Interview mit dem Branchendienst “meedia”. Gleichzeitig stellte er klar, dass es keine pauschalen Subventionen für die Redaktionen geben solle, da dies in der Tat problematisch wäre. Hintergrund des Interviews ist die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, Medienhäuser finanziell zu entlasten, um die ausreichende Versorgung der Bürger mit lokalen Informationen gewährleisten zu können.

Eggers hob hervor, dass es nicht nur ein Ansinnen der Verlage sei, Subventionen zu erhalten, um weiter eine flächendeckende Zustellung von Presseprodukten zu ermöglichen. “Es gibt viele Impulse aus dem Kreis der Parlamentarier, die eine vielfältige und freie Presse in der Fläche bedroht sehen. Sie treibt eine Sorge um: Aktuelle Entwicklungen wie die Filterblasen in den Sozialen Medien oder Fake News im Internet ohne lokale journalistische Inhalte als Korrektiv, und damit Chance zur Meinungsbildung vor Ort, könnten der demokratischen Gesellschaft mittel- bis langfristig schweren Schaden zufügen.”

Außerdem wies Eggers darauf hin, dass auch die Anzeigenblattverlage ihre Logistik optimiert hätten und darauf setzen würden, diese effizienter und effektiver zu gestalten: “Neue Strategien lassen sich für sie aber nur bedingt entwickeln, da ihr Geschäftsmodell nicht vorsieht, Zusteller als Vollzeitkräfte zu beschäftigen. Folglich sind weitere Services für die Anzeigenblattverlage, die nahezu flächendeckend verteilen, aber dafür nur ein-, zweimal in der Woche, derzeit keine wirkliche Alternative.”

Die von den Koalitionspartnern vereinbarte Idee, die Rentenversicherungsbeiträge der Zusteller abzusenken, habe sich als für die Praxis relativ schlecht umsetzbar herausgestellt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) prüfe derzeit Alternativen, wie dieses Ziel aus dem Koalitionsvertrag dennoch erreicht werden könnte. Daher gehe Eggers davon aus, dass zeitnah ein neuer Vorschlag erfolge, wie die Infrastruktur der Zustellung aufrecht erhalten bleiben könne.

Das komplette Interview bei meedia

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Prospektverteilung in Gefahr

Mindestlohn wird zum Menetekel – Zustellkosten steigen – Flächendeckende Verbreitung von Haushaltswerbung gefährdet

Frankfurt. Der 2015 eingeführte Mindestlohn für Zeitungszusteller und Prospekt-Austräger verteuert die Zustellung und gefährdet nach Ansicht der Tages- und Anzeigenzeitung die flächendeckende Verbreitung von Haushaltswerbung. Weil der Handel nicht bereit ist, für die Mehrkosten zu zahlen, wollen die Verlegerverbände nun Geld vom Steuerzahler.

Die Digitalisierung hat vieles in der weiten Welt der Werbung durcheinandergewirbelt. Weil es immer neue Angebote gibt, zersplittert die Mediennutzung und damit auch die Reichweite vieler Werbeträger. Die klassische Haushaltswerbung kann sich diesem Trend nicht entziehen und muss sich seit geraumer Zeit gegen digitale Prospekt-Portale wie Kaufda oder Marktjagd und zunehmend auch gegen die reichweitenstarken Webportale des Handels selbst zur Wehr setzen. Bislang mit Erfolg, denn noch ist kein Werbeträger in Sicht, der die gedruckten Prospekte und Beilagen ersetzen kann. Der Handel ist nach wie vor auf die Push-Wirkung der Schweinebauchwerbung angewiesen. So erreicht Aldi Süd auf Anfrage der LZ nach eigenen Angaben „einen großen Teil der Kunden über die klassischen Medien, allen voran über den wöchentlichen Handzettel“. Dieser wird nach ihrer Darstellung auch in Zukunft eine „wichtige Bedeutung“ haben, weil er eine breite Zielgruppe über die Zeitungsbeilage, die Direktverteilung und die Auslage in der Filiale erreicht.

Auch die Agenturen brechen eine Lanze für die gute alte Angebotswerbung. „Viele Werbekunden haben erkannt, dass es ohne Beilagen und Anzeigen doch nicht so gut funktioniert, wie es mit den digitalen Lösungen erwartet wurde“, beobachtet Axel Ahlbrecht, Managing Partner bei der Düsseldorfer Mediaagentur PHD Germany. Als Grund führt er die Sortimentstiefe- und breite der klassischen Prospekte an, die sich dort besser darstellen lässt als Online. Ein weiterer Vorteil von Prospekten: „Sie wecken Kaufanreize für Produkte, die man eigentlich im Moment gar nicht braucht“, betont Ahlbrecht. Trotzdem wird es zunehmend ungemütlich für die Haushaltswerbung. Und dafür sorgt interessanterweise nicht etwa die Digitalisierung, sondern die Politik. Die hat 2015 den Mindestlohn auch für die Zusteller von Zeitungen und Prospekten eingeführt und damit dazu beigetragen, dass die Kosten für die Verteilung immer weiter steigen. War es zuvor üblich, dass Verlage ihre Austräger nach Stückzahl vergütet haben, so müssen sie diese nun auf Stundenbasis bezahlen und die benötigte Arbeitszeit genau dokumentieren, was den Aufwand zusätzlich erhöht. Problematisch ist das vor allem für Verlage in dünn besiedelten Gebieten, dort sorgen die langen Wege dafür, dass sich die Zustellung besonders stark verteuert. Hinzu kommt, dass auch die Preise für Papier gestiegen sind. Angesichts dessen schlagen die Verlagslobbyisten Alarm. Sie sehen die flächendeckende Verbreitung ihrer Abo- und Anzeigenzeitungen und damit auch der Beilagen und direkt verteilten Haushaltswerbung in Gefahr. Deshalb fordern der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) nun Erleichterungen von der Politik. Auf deren Druck nahm die amtierende große Koalition ein Zugeständnis in ihren Koalitionsvertrag auf. Dort heißt es, dass die Rentenversicherungsbeiträge für minijobbende Zeitungszusteller befristet bis Ende 2022 von regulär 15 auf 5 Prozent gesenkt werden sollen, um die bundesweite Versorgung mit Presseerzeugnissen in Stadt und Land zu sichern. Die Differenz von 10 Prozentpunkten soll demnach der Staat, also wohl der Steuerzahler ausgleichen. Das würde die Verleger von Tages- und Anzeigenzeitungen jährlich um rund 56 Mio. Euro entlasten. Umgesetzt hat die Koalition dieses Vorhaben bislang aber nicht. Gleiches gilt für eine weitere Forderung von BVDA und BDZV: Zusätzlich zum Rabatt auf die Rentenversicherungsbeiträge verlangen sie eine „direkte Vertriebsförderung“, mit der der Staat die Zustellung subventionieren soll. Die Verlage sollen dann für jede Zeitung und jedes Anzeigenblatt, das sie in den Briefkasten stecken, einen bestimmten Betrag erhalten. Mit einer Infrastrukturförderung wäre nicht nur der Demokratie und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt gedient, argumentieren die Verbände. Die Verlage könnten damit auch die „immensen Kostensteigerungen“ kompensieren, wie der BVDA in seinem aktuellen Jahresbericht ausführt. Geschäftsführer Jörg Eggers brachte im LZ-Schwestertitel „Horizont“ eine Unterstützung von mindestens 670 Mio. Euro pro Jahr ins Spiel, so hoch sei die Presseförderung in Frankreich. „Übertragen auf Deutschland wäre die Summe entsprechend der Einwohnerzahl höher.“ Noch aber hat das zuständige Bundesarbeitsministerium (BMAS) keinen Euro locker gemacht. Es sagte jedoch zu, die „Unterstützung der Zeitungszustellung“ zu prüfen. Dazu wollte das Ministerium bis Juni im Rahmen einer Studie über
einen „internationalen Politikvergleich“ Handlungsoptionen eruieren. Ergebnisse sind bislang nicht bekannt. Dem Handel böten mögliche Subventionen für die Zustellung von Zeitungen die Chance, bei den Verlagen noch höhere Rabatte für seine Anzeigen und Beilagen zu verlangen. Höhere Werbepreise lassen sich dagegen nicht durchsetzen, glaubt BVDA-Chef Jörg Eggers: „Die Anzeigenblattverlage können die gestiegenen Papierpreise und Zustellkosten nicht überwälzen.“ Und das aus drei Gründen: Einmal stehen ihre Werbekunden angeblich selbst unter Druck, zudem haben diese durch die gestiegene Vielfalt der Werbekanäle mehr Auswahl. Das drückt auf die Preise, genauso wie der Umstand, dass der „Nettowerbekuchen in den vergangenen Jahren nicht nennenswert gewachsen ist“, so Eggers. Für ihn ist deshalb klar, dass sich die Verlagsbranche in einer massiven wirtschaftlichen Schieflage befindet, die der Staat mit einer Infrastrukturförderung „abfedern“ muss. Schließlich steht für Eggers der Erhalt der „Pressevielfalt und letzten Endes auch die Pressefreiheit in Deutschland“ auf dem Spiel. Die Alternative zur staatlichen Stütze wären höhere Werbepreise. Ob der Handel bereit wäre, sie zu entrichten, ist aber zweifelhaft. Die angefragten Unternehmen Rewe, Rossmann und Lidl beantworteten entsprechende Fragen nicht. Aldi Süd zeigt zwar Verständnis für die „Herausforderungen“, vor denen die Verlage stehen, will sich aber nicht an „Spekulationen über mögliche Gründe“ beteiligen und sich nicht zu seinen Einkaufskonditionen äußern. Auf Agenturseite überwiegt indes die Skepsis. „Die Werbungtreibenden werden keine höheren Preise für Beilagen und Hauswurfsendungen zahlen“, glaubt Andreas Fuhlisch, Managing Partner der Agentur Mediaplus. Das Thema müssten die Verlage allein lösen und vor allem den Beweis erbringen, dass Beilagen und Prospekte auf die jeweiligen Key Performance Indicators (KPI) der Strategie einzahlen. Auch der zunehmende Wettbewerb durch digitale Kanäle engt den Spielraum ein, sagt Fuhlisch. „Werbungtreibende können heute bereits sehr gezielt Personen adressieren.

Gleiches gilt für die Aussteuerung von Out-of-Home.“ Damit sind sie für ihn eine effiziente Alternative zu den Direktmarketingangeboten der Verlage. Auch PHD-Manager Ahlbrecht bezweifelt, dass Werbungtreibende bereit sind, mehr zu zahlen. Was auch an den Verlagen selbst liegt: „Sie können sich nach wie vor nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Alle Versuche in diese Richtung sind bis jetzt gescheitert. Die Abhängigkeit der Medien von einigen wenigen Agenturen und Auftraggebern lässt wahrscheinlich auch nichts anderes zu.“ Ahlbrecht kritisiert aber auch die Werbekunden, von denen einige bereits jetzt die eigenen Einkaufsrichtlinien ignorierten, nur um bessere Preise zu bekommen. „Diese Entwicklung lässt sich nur sehr schwer zurückdrehen.“ Dass die Verlage nun bei der Politik vorstellig werden, missfällt Ahlbrecht ebenfalls: „Eine Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge für Zusteller entlastet sie sicherlich, bedeutet aber auch, dass es sich eigentlich um eine versteckte Subvention handelt. Das mit dem Argument des verfassungsrechtlichen Schutzes der Zeitungszustellung zu untermauern, ist schon bedenklich.“ Schließlich handele es sich bei den Verlagen um „Wirtschaftsunternehmen, die für ihre Erträge selbst verantwortlich sind“, so Ahlbrecht. „Wirtschaftliche Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden, sollen jetzt durch den Steuerzahler ausgeglichen werden.“ Zudem glaubt er, dass Werbungtreibende und Agenturen sofort bei den Verlagen auf der Matte stehen werden, wenn die Politik auch nur eine ihrer beiden Forderungen erfüllen wird. „Dann werden die Nachfrager einen weiteren Nachlass verlangen. Ich vermute, dass die Gelder dann zumindest zu großen Teilen direkt an die Werbungtreibenden durchgereicht werden.“ Ingo Wienand, Chef der Mönchengladbacher Agentur Media Central, zeigt dagegen Verständnis für die Forderungen der Verlage, weil sie dem Erhalt der publizistischen Vielfalt dienen. Zugleich fordert er von den Verlagen aber auch, sich weiterzuentwickeln. Anders als Ahlbrecht geht er aber nicht davon aus, dass mögliche staatliche Hilfen den Verlagen und den Werbekunden einen preisstrategischen Spielraum eröffnen. „Vielmehr ist die angedachte Unterstützung hilfreich, das notwendige Leistungsversprechen zu erfüllen, zum Beispiel in der Gewährleistung einer stabilen und hohen Zustellqualität“, lässt sich Wienand zitieren. Glaubt man ihm, werden sich die Spielregeln im Konditionenpoker dadurch nicht ändern: „Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass Preisdiskussionen immer vor dem Hintergrund der Balance von Leistungsversprechen und Leistung sowie immer auch individuell zu bewerten sind.“ Doch selbst wenn der Staat das Füllhorn an Subventionen über Tages- und Anzeigenzeitungen ausgießen wird, so dürften die Strukturprobleme der Haushaltswerbung nicht verschwinden. Eine davon ist die sinkende Nutzung. Laut der Markt-Media-Studie VuMA Touchpoints wächst die Zahl der Beilagenmuffel kontinuierlich. Gaben 2015 erst 17 Prozent an, nie oder fast nie in den beigelegten Werbeblättchen der Tageszeitungen zu schmökern, so sind es aktuell bereits 26 Prozent. Bei den Anzeigenblättern stieg der Anteil der Nie- oder Fast-Nie-Beilagenleser von 13 auf 21 Prozent. Umgekehrt ist der Anteil derer, die Prospekte mehrmals pro Woche in die Hand nehmen kontinuierlich gesunken. Bei den Tageszeitungen etwa von 33 auf 24 Prozent.

Für die Verlage, die sich mit ihren werbetragenden Zeitungen als Alternative zu den direkt verteilten Prospekten stilisieren, kommt erschwerend hinzu, dass ihre Titel zunehmend unter Leserschwund leiden. Laut AWA erreichten die kostenlosen Anzeigenblätter 2018 nur noch 35,7 Mio. Deutschsprachige ab 14 Jahren, das waren 4,5 Prozent weniger als 2015; bei den regionalen Abo-Zeitungen fiel die Reichweite um 7,3 Prozent auf 26,8 Mio. Es wird also schwerer, über diese Titel einen Push auszulösen. Wenn die Basis für die herkömmliche Haushaltswerbung schmaler wird, müssen Großkunden wie Aldi Süd ihren Media-Mix verbreitern. Der Discountriese wirbt seit Längerem auch in TV und Radio, um weiterhin möglichst viele Verbraucher in seine Läden zu locken. „Wir erzielen mit Prospekten nach wie vor eine hohe Reichweite, stellen allerdings auch fest, dass es nicht mehr ausreicht, sich allein auf sie zu fokussieren“, erklärt Sprecherin Amirhaji. Andere reden sich die Zustände schön. So liest BVDA-Geschäftsführer Eggers aus den VuMA-Zahlen auch heraus, dass fast 80 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Prospekte nutzen. „Eine solche Zahl schränkt die Vermarktungschancen keineswegs ein, im Gegenteil: Welcher Werbeträger verfügt über eine solche Reichweite?“ Für Eggers bleibt das Prospekt ein wichtiges und vom Verbraucher geschätztes Werbemittel. So geben laut der BVDA Studie „Anzeigenblatt-Qualität“ 77 Prozent an, dass sie Werbung in Anzeigenblättern unter anderem als unterhaltend, informativ und kaufanregend finden.

Die konkurrierende Zeitungsmarktforschung Gesellschaft der deutschen Zeitungen (ZMG) wirbt mit ähnlichen Argumenten. Nach einer von ihr beauftragten Befragung des Instituts Ifak sagen 72 Prozent der Leser aus dem Weitesten Leserkreis der Zeitungen, dass sie in jüngerer Zeit dem Medium beigelegte Prospekte aufgehoben oder ins Geschäft mitgenommen haben. Doch der Medienwandel will es, dass Prospekte inzwischen auch digital verfügbar sind, sei es via Search, ProspektPortale, Social Media oder die Website der Händler selbst. Die Online-Nutzung ist aber noch kein Renner. Laut VuMA zeigt die Hälfte der Bevölkerung digitalen Prospekten die kalte Schulter, und das mit wachsender Tendenz. Denn 2015 lag der Anteil der Nicht-Nutzer erst bei 38 Prozent. Umgekehrt schauen aktuell nicht einmal zehn Prozent täglich oder mindestens einmal die Woche in einen digital verbreiteten Handzettel (2015: 8,4 Prozent). Für den Handel ist das keine so gute Nachricht, wie PHD-Experte Ahlbrecht betont: „Ich glaube nicht, dass die digitalen Kanäle kurzfristig die Verluste kompensieren können.“ Online-basierte Prospekte haben für ihn dennoch ihren Reiz, weil die Verbraucher dort nicht so leicht die Preise vergleichen können wie in Print. Dem Handel bieten sie also die Chance, sich stärker von der Konkurrenz abzuheben und Schnäppchenjäger auf Distanz zu halten. Dennoch müssen die Handelsgruppen bei der Angebotskommunikation nun zweigleisig fahren. So wird Aldi Süd weiterhin den gedruckten Handzettel unter die Leute bringen, weil viele Kunden es so erwarten. Die Mülheimer vergrößern aber auch ihren digitalen Fußabdruck, um etwa junge Zielgruppen besser zu erreichen. Dabei stehen der digitale Newsletter und die Social Media-Aktivitäten sowie die eigene Website im Fokus, die 7,8 Mio. Visits erzielt. Die Haushaltswerbung geht also doch mit der Zeit, aber sehr eilig hat sie es nicht. Guido Schneider/lz 31-19 Prospekte wecken Kaufanreize für Produkte, die man eigentlich im Moment gar nicht braucht Axel Ahlbrecht, Managing Partner bei der Düsseldorfer Mediaagentur PHD Germany Preisdiskussionen sind grundsätzlich vor dem Hintergrund der Balance von Leistungsversprechen und Leistung zu bewerten Ingo Wienand, Media Central, Mönchengladbach Werbeverweigerer und Aktivisten Handelswerbung auf Papier gerät zunehmend in die Kritik.

Bereits 2016 trat das Portal Werbestopper der Gesellschaft zur Durchsetzung von Verbraucherinteressen (GVDI) auf den Plan, das mit dem Versand von Werbewidersprüchen von Verbrauchern gegenüber werbenden Unternehmen und Verlagen Abmahngebühren durchzusetzen versuchte. Gegen diese Praxis haben verschiedene Verbände unter Koordination des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) geklagt und einen einstweiligen Stopp von Werbestoppern erwirkt. Inzwischen haben sich aber eine weitere, legale Initiative gegen die Werbung im Briefkasten formiert; sie heißen Letzte Werbung, Werbeblocker.org oder Papierstau-Stoppen. Ihr gemeinsames Ziel: den Papierverbrauch zu reduzieren. Zu diesem Zweck animieren sie Verbraucher, sich Werbeverbotsaufkleber für ihren Briefkasten zuzulegen. Die Aktivisten verstärken den Trend zur Abwehr von (gedruckten) Prospekten. Der Dienstleister Prospekt Service Online registrierte im März bundesweit 12,2 Mio. Haushalte, die keine Werbung im Briefkasten wollen, das waren 26,7 Prozent – Tendenz steigend. In Ballungsräumen erreicht die Verweigererquote oft mehr als 40 Prozent. Agenturen und Handel reagieren verunsichert auf diese Entwicklung. Laut Agenturmann Axel Ahlbrecht beeinflussen „steigende Verweigererzahlen
und Anti-Werbung-Aktivisten die Kanalauswahl des Handels eher wenig. Die Aktivisten polarisieren extrem, sodass sie die Leute vielfach eher nerven und ihren Zweck nicht erfüllen.“ Doch Ahlbrecht kann nicht beurteilen, was passiert, wenn es einmal eine echte Alternative zu den gedruckten Medien geben sollte. Für Mediaplus-Manager Andreas Fuhlisch ist dagegen jetzt schon klar, dass sich alles, was die Nutzung eines Mediums einschränkt, negativ auf die Belegung auswirkt. Für Media-Central-Chef Ingo Wienand stellen die Aktivisten hingegen kein Problem dar. Schließlich gelte es für Verlage und Werbekunden, den Willen des Verbrauchers zu respektieren, auch wenn das letztlich zu reduzierten Auflagen führt. Ähnlich verhält es sich mit der Verweigererquote. Aus ihr dürfe man nicht schließen, dass Menschen generell nicht offen für Werbung sind, glaubt Wienand. Eine Studie von Media Central und dem IFH Köln von 2018 zeigt, dass 85 Prozent aller Werbeverweigerer dennoch über andere Kanäle mit Prospekten in Kontakt kommen. Der BVDA sucht zudem den Dialog mit den Aktivisten und hat eine Kooperation mit dem WWF initiiert. „Uns ist es wichtig, auch im Leser- und Werbemarkt die Fakten zu hinterlegen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass Anzeigenblätter im Durchschnitt zu 84 Prozent aus Altpapier bestehen“, betont Verbandsgeschäftsführer Jörg Eggers. Außerdem klärt der BVDA auf der Website Werbungim-Briefkasten über die Umweltaspekte gedruckter Haushaltswerbung auf und bietet Verbrauchern die Möglichkeit, der Zustellung eines Anzeigenblatts zu widersprechen. Bislang tun das aber nur wenige. Eggers: „Die Reaktionen auf ein nicht zugestelltes Anzeigenblatt sind deutlich höher als der Wunsch nach Abbestellung.“

Quelle: Lebensmittelzeitung, dfv Mediengruppe, VUMA

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Oderlandspiegel startet Restrukturierung über ein Insolvenzverfahren

Der OderlandSpiegel Verlagsgesellschaft mbH ist eine unabhängige Heimatzeitung für den Osten des Landes Brandenburg. Der Geschäftsführer hat beim Amtsgericht Frankfurt/Oder einen Insolvenzantrag gestellt, um eine finanzielle Restrukturierung der Gesellschaft durchzuführen. Am 24. 6. 2019 wurde der Sanierungsexperte Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg von der  Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb geht ohne Unterbrechung weiter.

Wienberg hat bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter angestoßen, damit dieses zeitnah ausgezahlt werden kann. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind für 3 Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Parallel dazu verschafft Wienberg sich einen Überblick über die Situation des Verlages. Dazu gehört auch eine Prüfung der Fortführungsaussichten.

Nach erster Erfassung der Unternehmenssituation in Frankfurt/Oder hat Rüdiger Wienberg gestern die Fortführung des Geschäftsbetriebs veranlasst, um bestehende Sanierungsmöglichkeiten zu prüfen und zu nutzen.

Insofern werden die, für den Weiterbetrieb des Unternehmens relevanten Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden aktuell aufrechterhalten, um weiterhin die gewohnte Qualität der Zeitung und die Zustellung an die Leser zu garantieren. Auch wurde bereits die Suche nach potentiellen Investoren angestoßen. In welcher Form sich die Restrukturierung gestalten wird, kann heute noch nicht prognostiziert werden. „Für eine zuverlässige Einschätzung ist es derzeit noch zu früh“, so Wienberg.

Die Mitarbeiter der Verlagsgesellschaft in Frankfurt/Oder wurden von Wienberg bereits in einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation und die weitere Vorgehensweise informiert.

Der OderlandSpiegel Verlagsgesellschaft mbH ist eine Verlagsgesellschaft in Frankfurt/Oder, die das Anzeigenblatt „Der Oderlandspiegel“ mit einer Gesamtauflage von 93.637 Exemplaren im Osten Brandenburgs vertreibt. Des Weiteren stellt die Verlagsgesellschaft die Regionalausgaben des Oderlandspiegels für die Ortschaften Frankfurt/Oder, Märkisch-Oderland, Eisenhüttenstadt/Beeskow und ebenso weitere Sonderdrucke, wie etwa den SeniorenSpiegel oder den ÄrzteSpiegel, auch online als E-Book zur Verfügung.

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Abschied vom Wochenkurier Hagen

Nachdem schon vorab in Facebook einiges hierzu zu finden war ist es nun offiziell – der Wochenkurier Hagen ist eingestellt worden. Die Mittwochsausgabe in dieser Woche war die letzte Erscheinung dieses traditionsreichen Titels.
Wie folgt ist die Meldung auf Radio Hagen: “- Foto: Ralf Schaepe
Das Hagener Anzeigenblatt “Wochenkurier” existiert nicht mehr. Das Insolvenzgericht hat die Einstellung des Betriebes verfügt. Chefredakteur Michael Eckhoff sagte im Gespräch mit 107.7 Radio Hagen: “Das ist bitter nach über 40 Jahren Arbeit”. Das Aus habe einen Mix aus Gründen: eine schwierige Marktlage in Hagen, ein zunehmend schwerer werdendes Anzeigengeschäft und gleichzeitig steigende Kosten. 
Seit gestern sind die 30 Mitarbeiter der Ausgaben Hagen, Schwerte und Iserlohn arbeitslos. Der Wochenkurier hat über Jahrzehnte zur journalistischen Landschaft der Stadt gehört. “
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Eine starke Zeitung für Altmühlfranken

Die Medienlandschaft in Altmühlfranken wandelt sich: Zum Jahresbeginn 2019 fusionierten die WochenZeitung Altmühlfranken und die Stadtzeitung Weißenburg zur Altmühlfranken Verlag GmbH.

Die neu gegründete Altmühlfranken Verlag GmbH will den Leserinnen und Lesern mit dem mittwochs erscheinenden Titel „WochenZeitung Altmühlfranken“ weiterhin eine umfassende Berichterstattung aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und darüber hinaus bieten – von Wirtschaft und Gesellschaft über Politik bis hin zu Freizeittipps und interessanten Sonderthemen. Ebenso werden die Online-Inhalte noch stärker ausgebaut.

Die beiden Gesellschafter Amedia Informations GmbH – ein Tochterunternehmen der prospega Gruppe – aus Wemding und Mayer & Söhne Druck- und Mediengruppe GmbH & Co. KG aus Aichach sind langjährig auf dem Markt für lokale Wochenzeitungen aktiv. Sie begründen den zeitgemäßen Schritt des Zusammengehens mit der Vision, gemeinsam noch mehr lokale News crossmedial von Print bis Online für die Region Altmühlfranken bereitstellen zu können und neue innovative Nachrichtenformate zu etablieren. Durch Bündelung der Kompetenzen und Kräfte kann auch in Zukunft die lokale Meinungsvielfalt gestärkt werden und die journalistische Qualität in der Region weiterhin gewährleistet werden.

Unter dem Motto „Eine starke Zeitung für Altmühlfranken“ sollen auch in Zukunft die Meinungsvielfalt aufrechterhalten und die journalistische Qualität in der Region weiterhin gewährleistet werden.

Über die Altmühlfranken Verlag GmbH
Gegründet zum Jahresbeginn 2019 ist der Verlag mit dem Sitz im fränkischen Weißenburg ein gemeinsames Tochterunternehmen der Amedia Informations GmbH aus Wemding und Mayer & Söhne Druck- und Mediengruppe GmbH & Co. KG aus Aichach. Als regionaler Wochenzeitungsverlag versorgt er die mittelfränkische Region um Treuchtlingen, Weißenburg und Gunzenhausen mit lokalen Nachrichten und Informationen mit einem wöchentlichen Zeitungstitel, Online-Nachrichten und Sonderprodukten.