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Alle Artikel in der Kategorie “Verbände

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Das war der Zeitungskongress 2019 in Berlin

Der vom Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgerichtete Zeitungskongress fand 2019 am 23. und 24. September im ewerk in Berlin statt. Rund 400 Teilnehmer aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur kamen zusammen, um über den Status quo der Zeitungsbranche zu diskutieren und nach Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu suchen. Den Auftakt machte Dr. Mathias Döpfner, Präsident des BDZV und Vorstandsvorsitzender von Axel Springer. Er plädierte unter anderem für eine Neudefinition des Verlegerbegriffs und forderte schnelle Regelungen zur Begrenzung des Missbrauchs von Marktmacht durch große Plattformen (mehr dazu hier).

Im Folgenden betrat Michel Barnier, Chefunterhändler der Europäischen Kommission die Bühne und ging nach einer Rede in Dialog mit Döpfner. Weitere Highlights waren ein Impulsvortrag von taz-Mitbegründer und -Geschäftsführer Karl Heinz Ruch über ein mögliches Zukunftsszenario für Tageszeitungen sowie zwei Diskussionsrunden: Zum einen debattierten Prof. Dr. Martin Balle, Verleger und Herausgeber der Mediengruppe Straubinger Tagblatt, Landshuter Zeitung und Münchner Abendzeitung, Hannah Suppa, Chefredakteurin Digitale Transformation und Innovation im Regionalen bei der Madsack Mediengruppe, und Christine Richter, Chefredakteurin der Berliner Morgenpost, und Ruch über die Weiterentwicklung von Print und Digital. Zum anderen sprachen Thomas Lindner, Vorsitzender der FAZ-Geschäftsführung, Dr. Christian Wegner, Vorsitzender der SWMH-Geschäftsführung, und Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung über Strategien für die Transformation.

Ebenfalls Teil des Programms war die Verleihung des Nova Innovation Awards, mit dem der BDZV und die Unternehmensberatung Schickler die jeweils besten Produkt-Neueinführungen, außergewöhnliche Geschäftsmodelle, kreative Strategien und Vermarktungsideen würdigen.

Quelle: DNV Online

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BVDA: Direkte Infrastrukturförderung der Zustellung erforderlich, um Pressefreiheit und -vielfalt zusichern

Eine Infrastrukturförderung, die die Zustellung unterstützt, tangiert nicht die Unabhängigkeit der freien Presse. Dies betonte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers in einem Interview mit dem Branchendienst “meedia”. Gleichzeitig stellte er klar, dass es keine pauschalen Subventionen für die Redaktionen geben solle, da dies in der Tat problematisch wäre. Hintergrund des Interviews ist die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, Medienhäuser finanziell zu entlasten, um die ausreichende Versorgung der Bürger mit lokalen Informationen gewährleisten zu können.

Eggers hob hervor, dass es nicht nur ein Ansinnen der Verlage sei, Subventionen zu erhalten, um weiter eine flächendeckende Zustellung von Presseprodukten zu ermöglichen. “Es gibt viele Impulse aus dem Kreis der Parlamentarier, die eine vielfältige und freie Presse in der Fläche bedroht sehen. Sie treibt eine Sorge um: Aktuelle Entwicklungen wie die Filterblasen in den Sozialen Medien oder Fake News im Internet ohne lokale journalistische Inhalte als Korrektiv, und damit Chance zur Meinungsbildung vor Ort, könnten der demokratischen Gesellschaft mittel- bis langfristig schweren Schaden zufügen.”

Außerdem wies Eggers darauf hin, dass auch die Anzeigenblattverlage ihre Logistik optimiert hätten und darauf setzen würden, diese effizienter und effektiver zu gestalten: “Neue Strategien lassen sich für sie aber nur bedingt entwickeln, da ihr Geschäftsmodell nicht vorsieht, Zusteller als Vollzeitkräfte zu beschäftigen. Folglich sind weitere Services für die Anzeigenblattverlage, die nahezu flächendeckend verteilen, aber dafür nur ein-, zweimal in der Woche, derzeit keine wirkliche Alternative.”

Die von den Koalitionspartnern vereinbarte Idee, die Rentenversicherungsbeiträge der Zusteller abzusenken, habe sich als für die Praxis relativ schlecht umsetzbar herausgestellt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) prüfe derzeit Alternativen, wie dieses Ziel aus dem Koalitionsvertrag dennoch erreicht werden könnte. Daher gehe Eggers davon aus, dass zeitnah ein neuer Vorschlag erfolge, wie die Infrastruktur der Zustellung aufrecht erhalten bleiben könne.

Das komplette Interview bei meedia

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46. Deutscher Marketing Tag am 4. und 5.12.2019

Ein Blick in die Zukunft

Zwei Tage, über 120 Speaker geben wertvolle Tipps und Insights zu den wich-tigsten und aktuellsten Themen der Marketingbranche. Keynotes von Pinterest, TikTok und Social Chain – wer die spannendsten Themen verstehen will, kommt zum 46. Deutschen Marketing Tag nach Düsseldorf

Vom 4. bis 5. Dezember 2019 trifft sich die Marketing-Szene in Düsseldorf, um die neuesten und wichtigsten Entwicklungen zu diskutieren. Das „Who-is-Who“ des Marketings und die wohl zur Zeit heißesten Unternehmen wie Pinterest, TikTok und Social Chain geben Insights in ihre Strategien und Geschäftsmodelle. Für den Marketer heißt das, heute zu erfahren, was morgen wichtig ist.

„Die Marketing Community kann sich auf ein herausragendes Inhaltsprogramm, großartige Speaker, spannende Vorträge und heiße Diskussionen freuen“, sagt Ralf Strauß, Präsident Deutscher Marketing Verband. Und weiter: „Ich freue mich, die wohl zur Zeit angesagtes-ten Social Media Unternehmen wie Pinterest, Social Chain und TikTok an Bord zu haben, mit denen wir über die Zukunft des Marketings sprechen werden. Vikram Bhaskaran, der Chefstratege von Pinterest, wird uns seine Insights weitergeben, wie Marketers Social Me-dia besser verstehen und anwenden lernen: von Social Media zu E-Commerce. Eine einma-lige Gelegenheit für Marketers!“Die Keynotes des 46. Deutschen Marketing Tages

• Steven Bartlett, Social Chain, New York: “AI and Social Media: How we are no long-er in control”
• Marcus Haus, Rewe/Penny „Die Kraft von Brand-Storytelling – Wie PENNY Marken-haltung zur Erfolgsstory macht“
• Anders Indset, Top Selling Author auf Amazon mit “Quantenwirtschaft”: „Von der “New Economy” zur “Q Economy” – Die Welt von morgen Gestalten
• Vikram Bhaskaran, Leiter Strategie & Marketing, Pinterest: „Return on inspiration”
• Gudrun Herrmann, Leiterin Communication & Marketing DACH, ByteDance/TikTok: „Stay Woke! – Today’s generation craving for a new form of entertainment”

Weitere Informationen und Anmeldung unter:

www.marketing-tag.de

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Deutscher Handelskongress am 20. und 21.11.19 in Berlin

 

Erfahren Sie auf dem Deutschen Handelskongress 2019 von erstklassigen Branchenexperten, klugen und kreativen Querdenkern und erfolgreichen Vorreitern, welche Entwicklungen die Zukunft des nationalen und internationalen Handels bestimmen und wie die daraus resultierenden Chancen jetzt zu nutzen sind!

Die zweitägige, hochkarätige Agenda ist wie immer eingebettet in ein spektakuläres Rahmenprogramm mit Vorabend-Event, begleitender Kongressmesse, Verleihung des Deutschen Handelspreises und der legendären Retailers’ Night.

Retail World 2019
Treffen Sie auf der Kongressmesse Retail World 2019 rund 60 ausgewählte Partner des Handels, die an ihren Ausstellungsständen über die neuesten Produkte, Services und Strategien für die Handelsbranche informieren.

 

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Treffpunkt Briefkasten

Die Fachtagung „Treffpunkt Briefkasten“ wirft ihre Schatten voraus. Das hoch angesehene Ereignis für die Haushaltswerbebranche, ausgerichtet vom Werbe-Vertriebs-Organisationen Verbund e. V. (WVO), vereint Werbetreibende, Wissenschaftler und Marketingfachleute am 10. September 2019 im Novotel in Hannover. Es ist bereits die fünfte Auflage des alle zwei Jahre stattfindenden Groß-Events, der vom WVO 2011 ins Leben gerufen wurde, um die Sonderstellung der Haushaltswerbung im Direktmarketing hervorzuheben.

Das bewährte Konzept der beliebten Konferenz wird auch in diesem Jahr wieder aktuelle Informationen durch etablierte Keynote-Speaker und kompetente Fachvorträge bieten. Ziel ist es wie immer, den anwesenden Experten wertvolle Impulse und praktische Tipps für die Direktverteilung zu vermitteln sowie den Austausch in der Branche bundesweit zu fördern.

Die Moderation am Konferenztag übernimmt erneut der bekannte Radioprofi Paul Johannes Baumgartner, der gewohnt abwechslungsreich durch das Programm führen wird. Baumgartner zeichnet sich auch als Seminarleiter und Coach in den Bereichen Smartselling und Kundenbegeisterung aus.

 

 

 

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Prospektverteilung in Gefahr

Mindestlohn wird zum Menetekel – Zustellkosten steigen – Flächendeckende Verbreitung von Haushaltswerbung gefährdet

Frankfurt. Der 2015 eingeführte Mindestlohn für Zeitungszusteller und Prospekt-Austräger verteuert die Zustellung und gefährdet nach Ansicht der Tages- und Anzeigenzeitung die flächendeckende Verbreitung von Haushaltswerbung. Weil der Handel nicht bereit ist, für die Mehrkosten zu zahlen, wollen die Verlegerverbände nun Geld vom Steuerzahler.

Die Digitalisierung hat vieles in der weiten Welt der Werbung durcheinandergewirbelt. Weil es immer neue Angebote gibt, zersplittert die Mediennutzung und damit auch die Reichweite vieler Werbeträger. Die klassische Haushaltswerbung kann sich diesem Trend nicht entziehen und muss sich seit geraumer Zeit gegen digitale Prospekt-Portale wie Kaufda oder Marktjagd und zunehmend auch gegen die reichweitenstarken Webportale des Handels selbst zur Wehr setzen. Bislang mit Erfolg, denn noch ist kein Werbeträger in Sicht, der die gedruckten Prospekte und Beilagen ersetzen kann. Der Handel ist nach wie vor auf die Push-Wirkung der Schweinebauchwerbung angewiesen. So erreicht Aldi Süd auf Anfrage der LZ nach eigenen Angaben „einen großen Teil der Kunden über die klassischen Medien, allen voran über den wöchentlichen Handzettel“. Dieser wird nach ihrer Darstellung auch in Zukunft eine „wichtige Bedeutung“ haben, weil er eine breite Zielgruppe über die Zeitungsbeilage, die Direktverteilung und die Auslage in der Filiale erreicht.

Auch die Agenturen brechen eine Lanze für die gute alte Angebotswerbung. „Viele Werbekunden haben erkannt, dass es ohne Beilagen und Anzeigen doch nicht so gut funktioniert, wie es mit den digitalen Lösungen erwartet wurde“, beobachtet Axel Ahlbrecht, Managing Partner bei der Düsseldorfer Mediaagentur PHD Germany. Als Grund führt er die Sortimentstiefe- und breite der klassischen Prospekte an, die sich dort besser darstellen lässt als Online. Ein weiterer Vorteil von Prospekten: „Sie wecken Kaufanreize für Produkte, die man eigentlich im Moment gar nicht braucht“, betont Ahlbrecht. Trotzdem wird es zunehmend ungemütlich für die Haushaltswerbung. Und dafür sorgt interessanterweise nicht etwa die Digitalisierung, sondern die Politik. Die hat 2015 den Mindestlohn auch für die Zusteller von Zeitungen und Prospekten eingeführt und damit dazu beigetragen, dass die Kosten für die Verteilung immer weiter steigen. War es zuvor üblich, dass Verlage ihre Austräger nach Stückzahl vergütet haben, so müssen sie diese nun auf Stundenbasis bezahlen und die benötigte Arbeitszeit genau dokumentieren, was den Aufwand zusätzlich erhöht. Problematisch ist das vor allem für Verlage in dünn besiedelten Gebieten, dort sorgen die langen Wege dafür, dass sich die Zustellung besonders stark verteuert. Hinzu kommt, dass auch die Preise für Papier gestiegen sind. Angesichts dessen schlagen die Verlagslobbyisten Alarm. Sie sehen die flächendeckende Verbreitung ihrer Abo- und Anzeigenzeitungen und damit auch der Beilagen und direkt verteilten Haushaltswerbung in Gefahr. Deshalb fordern der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) nun Erleichterungen von der Politik. Auf deren Druck nahm die amtierende große Koalition ein Zugeständnis in ihren Koalitionsvertrag auf. Dort heißt es, dass die Rentenversicherungsbeiträge für minijobbende Zeitungszusteller befristet bis Ende 2022 von regulär 15 auf 5 Prozent gesenkt werden sollen, um die bundesweite Versorgung mit Presseerzeugnissen in Stadt und Land zu sichern. Die Differenz von 10 Prozentpunkten soll demnach der Staat, also wohl der Steuerzahler ausgleichen. Das würde die Verleger von Tages- und Anzeigenzeitungen jährlich um rund 56 Mio. Euro entlasten. Umgesetzt hat die Koalition dieses Vorhaben bislang aber nicht. Gleiches gilt für eine weitere Forderung von BVDA und BDZV: Zusätzlich zum Rabatt auf die Rentenversicherungsbeiträge verlangen sie eine „direkte Vertriebsförderung“, mit der der Staat die Zustellung subventionieren soll. Die Verlage sollen dann für jede Zeitung und jedes Anzeigenblatt, das sie in den Briefkasten stecken, einen bestimmten Betrag erhalten. Mit einer Infrastrukturförderung wäre nicht nur der Demokratie und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt gedient, argumentieren die Verbände. Die Verlage könnten damit auch die „immensen Kostensteigerungen“ kompensieren, wie der BVDA in seinem aktuellen Jahresbericht ausführt. Geschäftsführer Jörg Eggers brachte im LZ-Schwestertitel „Horizont“ eine Unterstützung von mindestens 670 Mio. Euro pro Jahr ins Spiel, so hoch sei die Presseförderung in Frankreich. „Übertragen auf Deutschland wäre die Summe entsprechend der Einwohnerzahl höher.“ Noch aber hat das zuständige Bundesarbeitsministerium (BMAS) keinen Euro locker gemacht. Es sagte jedoch zu, die „Unterstützung der Zeitungszustellung“ zu prüfen. Dazu wollte das Ministerium bis Juni im Rahmen einer Studie über
einen „internationalen Politikvergleich“ Handlungsoptionen eruieren. Ergebnisse sind bislang nicht bekannt. Dem Handel böten mögliche Subventionen für die Zustellung von Zeitungen die Chance, bei den Verlagen noch höhere Rabatte für seine Anzeigen und Beilagen zu verlangen. Höhere Werbepreise lassen sich dagegen nicht durchsetzen, glaubt BVDA-Chef Jörg Eggers: „Die Anzeigenblattverlage können die gestiegenen Papierpreise und Zustellkosten nicht überwälzen.“ Und das aus drei Gründen: Einmal stehen ihre Werbekunden angeblich selbst unter Druck, zudem haben diese durch die gestiegene Vielfalt der Werbekanäle mehr Auswahl. Das drückt auf die Preise, genauso wie der Umstand, dass der „Nettowerbekuchen in den vergangenen Jahren nicht nennenswert gewachsen ist“, so Eggers. Für ihn ist deshalb klar, dass sich die Verlagsbranche in einer massiven wirtschaftlichen Schieflage befindet, die der Staat mit einer Infrastrukturförderung „abfedern“ muss. Schließlich steht für Eggers der Erhalt der „Pressevielfalt und letzten Endes auch die Pressefreiheit in Deutschland“ auf dem Spiel. Die Alternative zur staatlichen Stütze wären höhere Werbepreise. Ob der Handel bereit wäre, sie zu entrichten, ist aber zweifelhaft. Die angefragten Unternehmen Rewe, Rossmann und Lidl beantworteten entsprechende Fragen nicht. Aldi Süd zeigt zwar Verständnis für die „Herausforderungen“, vor denen die Verlage stehen, will sich aber nicht an „Spekulationen über mögliche Gründe“ beteiligen und sich nicht zu seinen Einkaufskonditionen äußern. Auf Agenturseite überwiegt indes die Skepsis. „Die Werbungtreibenden werden keine höheren Preise für Beilagen und Hauswurfsendungen zahlen“, glaubt Andreas Fuhlisch, Managing Partner der Agentur Mediaplus. Das Thema müssten die Verlage allein lösen und vor allem den Beweis erbringen, dass Beilagen und Prospekte auf die jeweiligen Key Performance Indicators (KPI) der Strategie einzahlen. Auch der zunehmende Wettbewerb durch digitale Kanäle engt den Spielraum ein, sagt Fuhlisch. „Werbungtreibende können heute bereits sehr gezielt Personen adressieren.

Gleiches gilt für die Aussteuerung von Out-of-Home.“ Damit sind sie für ihn eine effiziente Alternative zu den Direktmarketingangeboten der Verlage. Auch PHD-Manager Ahlbrecht bezweifelt, dass Werbungtreibende bereit sind, mehr zu zahlen. Was auch an den Verlagen selbst liegt: „Sie können sich nach wie vor nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Alle Versuche in diese Richtung sind bis jetzt gescheitert. Die Abhängigkeit der Medien von einigen wenigen Agenturen und Auftraggebern lässt wahrscheinlich auch nichts anderes zu.“ Ahlbrecht kritisiert aber auch die Werbekunden, von denen einige bereits jetzt die eigenen Einkaufsrichtlinien ignorierten, nur um bessere Preise zu bekommen. „Diese Entwicklung lässt sich nur sehr schwer zurückdrehen.“ Dass die Verlage nun bei der Politik vorstellig werden, missfällt Ahlbrecht ebenfalls: „Eine Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge für Zusteller entlastet sie sicherlich, bedeutet aber auch, dass es sich eigentlich um eine versteckte Subvention handelt. Das mit dem Argument des verfassungsrechtlichen Schutzes der Zeitungszustellung zu untermauern, ist schon bedenklich.“ Schließlich handele es sich bei den Verlagen um „Wirtschaftsunternehmen, die für ihre Erträge selbst verantwortlich sind“, so Ahlbrecht. „Wirtschaftliche Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden, sollen jetzt durch den Steuerzahler ausgeglichen werden.“ Zudem glaubt er, dass Werbungtreibende und Agenturen sofort bei den Verlagen auf der Matte stehen werden, wenn die Politik auch nur eine ihrer beiden Forderungen erfüllen wird. „Dann werden die Nachfrager einen weiteren Nachlass verlangen. Ich vermute, dass die Gelder dann zumindest zu großen Teilen direkt an die Werbungtreibenden durchgereicht werden.“ Ingo Wienand, Chef der Mönchengladbacher Agentur Media Central, zeigt dagegen Verständnis für die Forderungen der Verlage, weil sie dem Erhalt der publizistischen Vielfalt dienen. Zugleich fordert er von den Verlagen aber auch, sich weiterzuentwickeln. Anders als Ahlbrecht geht er aber nicht davon aus, dass mögliche staatliche Hilfen den Verlagen und den Werbekunden einen preisstrategischen Spielraum eröffnen. „Vielmehr ist die angedachte Unterstützung hilfreich, das notwendige Leistungsversprechen zu erfüllen, zum Beispiel in der Gewährleistung einer stabilen und hohen Zustellqualität“, lässt sich Wienand zitieren. Glaubt man ihm, werden sich die Spielregeln im Konditionenpoker dadurch nicht ändern: „Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass Preisdiskussionen immer vor dem Hintergrund der Balance von Leistungsversprechen und Leistung sowie immer auch individuell zu bewerten sind.“ Doch selbst wenn der Staat das Füllhorn an Subventionen über Tages- und Anzeigenzeitungen ausgießen wird, so dürften die Strukturprobleme der Haushaltswerbung nicht verschwinden. Eine davon ist die sinkende Nutzung. Laut der Markt-Media-Studie VuMA Touchpoints wächst die Zahl der Beilagenmuffel kontinuierlich. Gaben 2015 erst 17 Prozent an, nie oder fast nie in den beigelegten Werbeblättchen der Tageszeitungen zu schmökern, so sind es aktuell bereits 26 Prozent. Bei den Anzeigenblättern stieg der Anteil der Nie- oder Fast-Nie-Beilagenleser von 13 auf 21 Prozent. Umgekehrt ist der Anteil derer, die Prospekte mehrmals pro Woche in die Hand nehmen kontinuierlich gesunken. Bei den Tageszeitungen etwa von 33 auf 24 Prozent.

Für die Verlage, die sich mit ihren werbetragenden Zeitungen als Alternative zu den direkt verteilten Prospekten stilisieren, kommt erschwerend hinzu, dass ihre Titel zunehmend unter Leserschwund leiden. Laut AWA erreichten die kostenlosen Anzeigenblätter 2018 nur noch 35,7 Mio. Deutschsprachige ab 14 Jahren, das waren 4,5 Prozent weniger als 2015; bei den regionalen Abo-Zeitungen fiel die Reichweite um 7,3 Prozent auf 26,8 Mio. Es wird also schwerer, über diese Titel einen Push auszulösen. Wenn die Basis für die herkömmliche Haushaltswerbung schmaler wird, müssen Großkunden wie Aldi Süd ihren Media-Mix verbreitern. Der Discountriese wirbt seit Längerem auch in TV und Radio, um weiterhin möglichst viele Verbraucher in seine Läden zu locken. „Wir erzielen mit Prospekten nach wie vor eine hohe Reichweite, stellen allerdings auch fest, dass es nicht mehr ausreicht, sich allein auf sie zu fokussieren“, erklärt Sprecherin Amirhaji. Andere reden sich die Zustände schön. So liest BVDA-Geschäftsführer Eggers aus den VuMA-Zahlen auch heraus, dass fast 80 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Prospekte nutzen. „Eine solche Zahl schränkt die Vermarktungschancen keineswegs ein, im Gegenteil: Welcher Werbeträger verfügt über eine solche Reichweite?“ Für Eggers bleibt das Prospekt ein wichtiges und vom Verbraucher geschätztes Werbemittel. So geben laut der BVDA Studie „Anzeigenblatt-Qualität“ 77 Prozent an, dass sie Werbung in Anzeigenblättern unter anderem als unterhaltend, informativ und kaufanregend finden.

Die konkurrierende Zeitungsmarktforschung Gesellschaft der deutschen Zeitungen (ZMG) wirbt mit ähnlichen Argumenten. Nach einer von ihr beauftragten Befragung des Instituts Ifak sagen 72 Prozent der Leser aus dem Weitesten Leserkreis der Zeitungen, dass sie in jüngerer Zeit dem Medium beigelegte Prospekte aufgehoben oder ins Geschäft mitgenommen haben. Doch der Medienwandel will es, dass Prospekte inzwischen auch digital verfügbar sind, sei es via Search, ProspektPortale, Social Media oder die Website der Händler selbst. Die Online-Nutzung ist aber noch kein Renner. Laut VuMA zeigt die Hälfte der Bevölkerung digitalen Prospekten die kalte Schulter, und das mit wachsender Tendenz. Denn 2015 lag der Anteil der Nicht-Nutzer erst bei 38 Prozent. Umgekehrt schauen aktuell nicht einmal zehn Prozent täglich oder mindestens einmal die Woche in einen digital verbreiteten Handzettel (2015: 8,4 Prozent). Für den Handel ist das keine so gute Nachricht, wie PHD-Experte Ahlbrecht betont: „Ich glaube nicht, dass die digitalen Kanäle kurzfristig die Verluste kompensieren können.“ Online-basierte Prospekte haben für ihn dennoch ihren Reiz, weil die Verbraucher dort nicht so leicht die Preise vergleichen können wie in Print. Dem Handel bieten sie also die Chance, sich stärker von der Konkurrenz abzuheben und Schnäppchenjäger auf Distanz zu halten. Dennoch müssen die Handelsgruppen bei der Angebotskommunikation nun zweigleisig fahren. So wird Aldi Süd weiterhin den gedruckten Handzettel unter die Leute bringen, weil viele Kunden es so erwarten. Die Mülheimer vergrößern aber auch ihren digitalen Fußabdruck, um etwa junge Zielgruppen besser zu erreichen. Dabei stehen der digitale Newsletter und die Social Media-Aktivitäten sowie die eigene Website im Fokus, die 7,8 Mio. Visits erzielt. Die Haushaltswerbung geht also doch mit der Zeit, aber sehr eilig hat sie es nicht. Guido Schneider/lz 31-19 Prospekte wecken Kaufanreize für Produkte, die man eigentlich im Moment gar nicht braucht Axel Ahlbrecht, Managing Partner bei der Düsseldorfer Mediaagentur PHD Germany Preisdiskussionen sind grundsätzlich vor dem Hintergrund der Balance von Leistungsversprechen und Leistung zu bewerten Ingo Wienand, Media Central, Mönchengladbach Werbeverweigerer und Aktivisten Handelswerbung auf Papier gerät zunehmend in die Kritik.

Bereits 2016 trat das Portal Werbestopper der Gesellschaft zur Durchsetzung von Verbraucherinteressen (GVDI) auf den Plan, das mit dem Versand von Werbewidersprüchen von Verbrauchern gegenüber werbenden Unternehmen und Verlagen Abmahngebühren durchzusetzen versuchte. Gegen diese Praxis haben verschiedene Verbände unter Koordination des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) geklagt und einen einstweiligen Stopp von Werbestoppern erwirkt. Inzwischen haben sich aber eine weitere, legale Initiative gegen die Werbung im Briefkasten formiert; sie heißen Letzte Werbung, Werbeblocker.org oder Papierstau-Stoppen. Ihr gemeinsames Ziel: den Papierverbrauch zu reduzieren. Zu diesem Zweck animieren sie Verbraucher, sich Werbeverbotsaufkleber für ihren Briefkasten zuzulegen. Die Aktivisten verstärken den Trend zur Abwehr von (gedruckten) Prospekten. Der Dienstleister Prospekt Service Online registrierte im März bundesweit 12,2 Mio. Haushalte, die keine Werbung im Briefkasten wollen, das waren 26,7 Prozent – Tendenz steigend. In Ballungsräumen erreicht die Verweigererquote oft mehr als 40 Prozent. Agenturen und Handel reagieren verunsichert auf diese Entwicklung. Laut Agenturmann Axel Ahlbrecht beeinflussen „steigende Verweigererzahlen
und Anti-Werbung-Aktivisten die Kanalauswahl des Handels eher wenig. Die Aktivisten polarisieren extrem, sodass sie die Leute vielfach eher nerven und ihren Zweck nicht erfüllen.“ Doch Ahlbrecht kann nicht beurteilen, was passiert, wenn es einmal eine echte Alternative zu den gedruckten Medien geben sollte. Für Mediaplus-Manager Andreas Fuhlisch ist dagegen jetzt schon klar, dass sich alles, was die Nutzung eines Mediums einschränkt, negativ auf die Belegung auswirkt. Für Media-Central-Chef Ingo Wienand stellen die Aktivisten hingegen kein Problem dar. Schließlich gelte es für Verlage und Werbekunden, den Willen des Verbrauchers zu respektieren, auch wenn das letztlich zu reduzierten Auflagen führt. Ähnlich verhält es sich mit der Verweigererquote. Aus ihr dürfe man nicht schließen, dass Menschen generell nicht offen für Werbung sind, glaubt Wienand. Eine Studie von Media Central und dem IFH Köln von 2018 zeigt, dass 85 Prozent aller Werbeverweigerer dennoch über andere Kanäle mit Prospekten in Kontakt kommen. Der BVDA sucht zudem den Dialog mit den Aktivisten und hat eine Kooperation mit dem WWF initiiert. „Uns ist es wichtig, auch im Leser- und Werbemarkt die Fakten zu hinterlegen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass Anzeigenblätter im Durchschnitt zu 84 Prozent aus Altpapier bestehen“, betont Verbandsgeschäftsführer Jörg Eggers. Außerdem klärt der BVDA auf der Website Werbungim-Briefkasten über die Umweltaspekte gedruckter Haushaltswerbung auf und bietet Verbrauchern die Möglichkeit, der Zustellung eines Anzeigenblatts zu widersprechen. Bislang tun das aber nur wenige. Eggers: „Die Reaktionen auf ein nicht zugestelltes Anzeigenblatt sind deutlich höher als der Wunsch nach Abbestellung.“

Quelle: Lebensmittelzeitung, dfv Mediengruppe, VUMA

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AIKA-Agenturen melden Umsatzplus

Die Allianz Inhabergeführter Kommunikationsagenturen (AIKA) meldet positive Umsatzentwicklungen ihrer Agenturen. Eine aktuelle Umfrage unter den mehr als
30 Mitgliedern ergab ein durchschnittliches Wachstum von 1,8 Prozent im vergangenen Jahr. 70 Prozent der Agenturen haben einen Zuwachs für 2018 ausgewiesen, einige davon im zweistelligen Bereich. 30 Prozent mussten einen Umsatzrückgang verzeichnen. Für 2019 rechnen die befragten Unternehmen mit einem noch besseren Geschäftsverlauf. Erwartet wird ein Wachstum von 3,9 Prozent. Achim Weber, AIKA-Vorsitzender und Geschäftsführender Gesellschafter der HealthCare Agentur „acrobat“: „Wir entwickeln uns besser als andere inhabergeführte Agenturen. Das macht uns stolz. Unser gemeinsames Qualitätsverständnis und die wachsende Kooperationsbereitschaft untereinander machen diesen Erfolg offensichtlich möglich.“ Die erfolgreiche Arbeit der AIKA-Agenturen wird offensichtlich auch in der Branche wahrgenommen: In den letzten Monaten konnte die Allianz eigenen Angaben zufolge einen deutlichen Zuwachs an Aufnahmen und Neuanträgen verzeichnen.

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AIKA wählt neuen Vorstand

Im Netzwerk stark und zukunftsfähig

Die Allianz Inhabergeführter Kommunikationsagenturen (AIKA) hat auf ihrer Mitgliederversammlung in Frankfurt Anfang Februar ihren neuen Vorstand gewählt. Achim Weber, Geschäftsführender Gesellschafter der HealthCare Agentur „acrobat“, wird zusammen mit seinem Stellvertreter Marc Assenmacher (assenmacher network), mit Schatzmeister Meinert Jacobsen (marancon) und Michael Wahrheit (wahrheitdesign) die nächsten zwei Jahre die Geschicke der Vereinigung bestimmen.

Das zentrale Projekt des Vorstands soll die Auseinandersetzung mit der „Agentur der Zukunft“ bilden. Die Auswirkungen von Digitalisierung, new work und Personalnot werden nach Ansicht von Weber und seinen Kollegen die Agenturen auch weiterhin vor gewaltige Herausforderungen stellen. Durch die Struktur der Allianz, in der Agenturen und Dienstleister aus der gesamten Branche vertreten sind, können die damit verbundenen Fragestellungen disziplinübergreifend diskutiert und eingeordnet werden. „AIKA steht für eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Allianz. Unsere Partner-Agenturen und ihre Kunden profitieren von der vielschichtigen, starken Fachkompetenz. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, umreißt Weber die Positionierung der Vereinigung. Das Profil soll in den nächsten Wochen und Monaten weiter geschärft und für neue Mitglieder noch attraktiver gestaltet werden. Alle neuen Ideen und Konzepte werden im Umfeld einer großen Veranstaltung präsentiert, die 2019 zum 10jährigen Jubiläum der Allianz stattfinden soll. Weber: „Der Vorstand hat eine umfangreiche Agenda. Die Branche wird von uns hören“.

Zurzeit sind mehr als 20 Agenturen Mitglied der 2008 gegründeten Allianz Inhabergeführter Kommunikationsagenturen. Das Netzwerk verbindet hochkarätige Agenturen aus Deutschland mit dem Ziel, erfolgreiches Unternehmertum in der Kommunikationsbranche zu fördern. AIKA-Agenturen arbeiten für namhafte Kunden aus allen Branchen – langfristige Kundenbeziehungen und eine hohe Qualität zeichnen sie aus.

AIKA im Kurzprofil

Die Allianz inhabergeführter Kommunikationsagenturen (AIKA) wählt ihre Mitglieder nach festgelegten Qualitätskriterien aus. Die AIKA-Mitglieder optimieren kontinuierlich ihre Kreativ-, Prozess- und Ergebnisqualität. Die Mitgliedschaft ist damit ein Qualitätssiegel und eine Orientierungshilfe in der Agenturlandschaft.